Die Wurzel und die Entwicklung des ganzheitlichen Weltbildes 

Ted Perry schreibt - inspiriert von Häuptling Seattle - folgendes zum Lebensnetz:
(Quelle: Historienepos Chief Seattle – 1971 – Film)

Dies wissen wir.

Alle Dinge sind verbunden, wie das Blut eine Familie vereint ...

 

Was immer der Erde widerfährt,

widerfährt den Söhnen und Töchtern dieser Erde.

Der Mensch hat nicht das Netz des Lebens gewebt –

er ist nur ein Faden darin.

Was er immer dem Netz antut,

tut er sich selbst an.

 

Also geht es nicht darum, dass der Paradigmenwechsel unbedingt etwas Neues ist, sondern eher, dass er die Abkehr von einer Fehlentwicklung und das Wieder-entdecken von traditionellen Weisheiten ist (indische Veden, Sokrates, Goethe, Rudolf Steiner).

Dabei handelt es sich um eine Fehlentwicklung, die in der Zeit der Aufklärung begonnen hat, die aufgrund des entstandenen mechanistischen Weltbildes mit der reduzierenden Betrachtung auf – immer kleiner werdende – Einzelteile, sich zu einer Geisteshaltung entwickelt hat. Eine Entwicklung, welche das ganzheitliche Bild des Wesens Mensch ebenso aus den Augen verloren hat, wie die ganzheitliche Sicht über unsere Erde und das Universum als Ganzes.

Von Sokrates bis zu den Entdeckungen von Galilei und Kepler war das Weltbild von einer ganzheitlichen Auffassung geprägt. Der Siegeszug der Aufklärung mit den naturwissenschaftlichen Entdeckungen und Interpretationen des Entstehens von Leben gab es - mit einer kurzen Gegenbewegung in der Romantik (u.a. Goethe) - bis in den Anfang des 20. Jahrhunderts. Erst durch die Ergebnisse in der Quantenphysik (Einstein, Heisenberg, Schrödinger, Hans Peter Dürr) hat sich seit Mitte des 20. Jahrhunderts eine Abkehr vom mechanistischen, reduktionistischen Betrachten der Welt und seiner Phänomene durchgesetzt.

Dieses ganzheitliche, systemische Verständnis hat mit den Entdeckungen in der Quantenphysik Eingang in alle wissenschaftlichen Disziplinen gefunden, zuletzt in den 80-er Jahren, auch in der Makrobiologie.

Es gibt somit ein neues wissenschaftliches – wieder entdecktes – Verständnis vom Leben.  Einem Verständnis, dass sich mit Einzelproblemen nicht mehr auf bloß reduktionistische, analytische und mechanistische Weise befasst, sondern als systemisches Problem betrachtet wird. Damit wird anerkannt, dass alle Phänomene miteinander verbunden und wechselseitig voneinander abhängig sind. Im Sinne einer ganzheitlichen Betrachtung wird neu geforscht.

Heute sehen wir in diesem Paradigmenwechsel einen integralen Bestandteil eines die ganze Welt umfassenden kulturellen Wandels.

Allein die Entscheidungen der führenden Köpfe in Politik, Wirtschaft, Religion lassen diesen kulturellen Wandel nicht – als Optimist sage ich: noch nicht – erkennen und daher ist auch in den Massenmedien darüber wenig bis gar nichts von diesem Wandel zu bemerken. Im Moment scheint es, dass alle Kräfte der Macht verwendet werden um das alte, im Sterben begriffene System  -  mit all den Auswirkungen und Krisen wie wir sie heute im Finanz,- Wirtschafts-, Sozial- und Gesundheitssystem erleben – am Leben zu erhalten, bzw. den Schein zu erzeugen als gäbe es diesen Wandel noch nicht.

Jedoch macht sich in unzähligen kleinen und größeren Verbänden von Menschen, Berufsgruppen, Interessensgruppen usw. der Paradigmenwechsel durch Protest oder Eigeninitiative immer mehr bemerkbar; von den Macht habenden Institutionen wenig gefördert, ignoriert, behindert oder bekämpft.

Die konsequente Ausweitung des ganzheitlichen Gedankens bedeutet, dass alle Objekte dieser Welt – also auch der Mensch – nicht eine Ansammlung isolierter Objekte sind, sondern ein Netz von Phänomenen die miteinander in Beziehung stehen und somit voneinander wechselseitig anhängig sind und ein Netzwerk bilden.

Dies hat Gültigkeit für die kleinsten Netzwerke (Quanten in Atomen), für die Zelle als Baustein des organischen Lebens, die Organe im menschlichen Körper, die Wettererscheinungen innerhalb des Klimawandels, ja bis hin zur Entstehung und dem Bestehen des Planetensystems. Diese ganzheitliche Betrachtung – in der alles mit allem verbunden ist und in Beziehung steht – gilt auch für künstlich geschaffene Systeme wie Staats-, Gesundheits-, Finanz-, Wirtschafts- und Sozialsysteme.